30.08.10

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52.35 Neues aus der Sperlingstraße - Abschied

35. Gerda Seibert hatte das Gefühl, als hätte jemand die letzten drei Tage wie bei einem Film mit doppelter Geschwindigkeit vorgespult und vergessen zurückzustellen. Erich Meissner war vor zwei Nächten gestorben. Sie war mit Leonie Tauber bei ihm gewesen in dieser Nacht. Sie hatten abwechselnd und gemeinsam seine Hände gehalten, nichts gesagt, geweint, geschwiegen und ihn dann, in den frühen Morgenstunden des neuen Tages, gehen lassen müssen.

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23.08.10

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52.34 Neues aus der Sperlingstraße - Veränderungen

34. Oliver Gerlach kam in die Küche zu seiner Mutter.
„Mama, wir haben doch noch die Umzugskartons. Wo sind die?“
„Was möchtest du denn mit den Umzugskartons?“
„Ooch, ich möchte mein Zimmer aufräumen und einiges wegpacken. Ich könnte zwei von diesen stabilen Kartons gebrauchen.“
Petra Gerlach schaute ihn nachdenklich an. Dann kam sie auf ihn zu und befühlte seine Stirn.

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16.08.10

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52.33 Neues aus der Sperlingstraße - Lieblingsplatz

33. Sonntagmorgen, 09:00 Uhr. Leonie saß allein in ihrem ehemaligen Lieblingscafé, auf der grünen Couch, am Fenster, ganz hinten. Hierher war sie in der Zeit, als sie noch mit Leonhard zusammen war, oft geflüchtet. Um die Uhrzeit war hier noch nicht viel los.
Und auch heute war sie hier, um gewissermaßen vor den Erinnerungen an Leonhards unangenehmen Auftritt vor einer Woche zu flüchten. Sie dachte, als sie Leonhard sah, sie würde ein Gespenst sehen. Seine aufdringliche Art, seine Unhöflichkeit allen anderen gegenüber. Es war wie immer. Leonhard Meissner sah nur sich.
„Leonie, ich liebe dich noch immer. Ich will, dass du wieder zu mir zurückkommst. Was willst du mit diesem alten Typen?“

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09.08.10

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52.32 Neues aus der Sperlingstraße - Zauber der Verwandlung

32. Am Sonntagmorgen war alles so wie Franz Könich es gewohnt war. Die Sonntagszeitung lag in seinem Briefkasten, der Kaffee blubberte durch den Filter in die Kanne, die Brötchen lagen aufgewärmt im Korb und aus dem Radio erklang leise Musik. Im Haus war es ruhig und friedlich. Die nächtliche Störung war vorbei.

Nur noch in seiner Erinnerung spukte der Schreck, der ihn weit nach Mitternacht aus dem Schlaf gerissen hatte. Unruhe und Lärm war aus dem Keller in den Hausflur getönt und das war eindeutig zu viel und zu laut gewesen.
Er hatte Wortfetzen wie „gelungene Aufführung“, „Überraschung“, „seltsame Störung“, „Oliver passt auf“, „Leonie irritiert“ aufgeschnappt.

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02.08.10

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52.31 Neues aus der Sperlingstraße - Überraschungen

31. Melanie stand am Kinderzimmerfenster im dunklen Zimmer von Nico. Seine kleine Lieblingslampe projizierte den Nachthimmel mit dem Mond und den Sternen an die Decke. Nico war an diesem Abend nach einem Telefonat mit Bernd sehr schnell eingeschlafen. Melanie schob den Vorhang etwas zur Seite und sah den Auftritt von Martin Schlehdorn als Droll im Garten hinter dem Haus.
Diese schauspielerische Leistung hätte sie ihrem Nachbarn gar nicht zugetraut. Sie seufzte. Melanie wäre bei der Aufführung gerne dabei gewesen.

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Montagsgeschichten

Auf der Montags-Wort-Welle in die neue Woche.

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